Arbeitskreis Christen und Ökologie
in der Ökologisch-Demokratischen Partei


Stellungnahme Juni 2006

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MTV beleidigt christliche Religion mit derb-platter Polemik

Christen sollten Toleranz und Respekt von Nichtgläubigen fordern


Der Arbeitskreis Christen und Ökologie in der ödp verurteilt die Ausstrahlung der ersten Sendung der Comic Serie „popetown“ auf dem Fernsehsender MTV als beispiellosen Affront, der sich nicht nur gegen die katholische Kirche, sondern  gegen alle gläubigen Christen richtet. „Die Verächtlichmachung von Religion hat nach den Mohammed Karikaturen mit der Werbung für die Comic Serie einen weiteren traurigen Höhepunkt in der sich zuspitzenden Respektlosigkeit gegenüber religiösen Dingen erreicht. Die Ausstrahlung der Sendung geht empfindlich an die Grenzen des guten Geschmacks und setze die begonnene Entwicklung auf etwas niedrigerem Niveau fort“, so Martin Kämpf, der Vorsitzende des Arbeitskreises.

Bedenklich an dem Comic sei, dass es kaum eine Verfremdung gebe und es sich nicht wie bei den meisten Comics um eine von der Realität abgehobene Phantasiewelt handle, sondern ganz offen der Eindruck erweckt werde, es gehe um die höchsten Würdenträger der katholischen Kirche. Diese würden in Funktion und Person massiver Verunglimpfung ausgesetzt. Besonders ärgerlich sei dabei, dass der Comic offenbar mit sehr scharfer Berechnung durch platte Polemik, derbe Scherze und wilde Unterstellungen an der Grenze zu Beleidigung und Verleumdung entlang schramme und somit der Eindruck einer bewussten, boshaften Provokation entstehen könne. Auch der Hinweis auf den satirischen Charakter helfe nicht weiter, denn die Sendung sei kaum mehr als Satire zu erkennen. Der Vorsitzende ist der Meinung: „Man kann unter dem Deckmantel der Satire zwar vieles tun, aber doch eben nicht alles. Auch Satire darf die Gesetze nicht übertreten. Sie darf weder beleidigend noch diskriminierend sein noch kriminelle Machenschaften unterstellen.

Die Tatsache, dass die Ausstrahlung trotz intensiver Beratungen der Verantwortlichen beider Seiten und heftiger Proteste aus dem Volk durchgesetzt wurde, zeige einen sehr bedauerlichen Wandel. Die Religionen seien in unserer Gesellschaft nicht ohne weiteres geschützt. Sie könnten heute offenbar ohne Konsequenzen verspottet werden. Daher müssten Christen und die Vertreter anderer Religionen erkennen, dass sie selbst es sind, die von nichtreligiösen Gruppen in der Gesellschaft Toleranz und Respekt einfordern müssen.

Auch die Politik sei gefragt, wenn es darum geht Rahmenbedingungen zu schaffen die eine ungestörte Ausübung der Religion erfordert, denn es gehe dabei darum die Religionsfreiheit,  einen fundamentalen Wert unseres Landes zu verteidigen.

Man müsse auch über die derzeit gültigen, rechtlichen Regelungen nachdenken. Es könne nicht richtig sein, dass nach dem Strafgesetzbuch die Störung des gesellschaftlichen Friedens das einzige Kriterium sei, gegen das der Staat vorgehen könne, da dies dazu führe, dass nur der ein Recht auf Schutz seiner religiösen Rechte habe, der mit Krawall und Unruhe die Voraussetzungen für den Schutz seiner Rechte schaffe, so Kämpf. Es müsse zumindest eine präzisere Definition des Begriffes „gesellschaftlicher Frieden“ gegeben werden, um einen Missbrauch zu vermeiden. Die Unterscheidung von Gottesglaube und den Institutionen einer Religion bei der Frage der Strafe für Gotteslästerung sei zwar grundsätzlich richtig und zu befürworten, es könne aber auch hier nicht immer eine klare Trennung gezogen werden, denn Irdisches und Himmlisches ist im religiösen Sinne eng miteinander verbunden.

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